December 14, 2018

5 Fehler, die ich in 2 Jahren vegane Ernährung gemacht habe

5 Fehler, die ich in 2 Jahren vegane Ernährung gemacht habe

Kaum zu glauben: heute ernähre ich mich auf den Tag genau schon seit zwei Jahren vegan. Grund genug, diese zwei Jahre mal Revue passieren zu lassen. Es gibt einige Dinge, die ich im Nachhinein wohl besser vermieden hätte. Anderes ist wiederrum richtig toll verlaufen. Aber gut, aus beiden Erfahrungen lernt man. Eines steht für mich jedenfalls fest: Auch, wenn es abgedroschen klingt, kann ich doch sagen, dass es eine der besten Entscheidungen meines Lebens war, meine Ernährung umzustellen.
 
Wenn du dich entschließt, vegan zu leben, gibt es einige Dinge, die du beachten solltest. Das Wichtigste habe ich in meinen 10 Einsteigertipps zusammengefasst. In den letzten zwei Jahren habe ich natürlich auch ein paar Fehler gemacht. Damit du diesen Irrtümern nicht unterliegst, verrate ich dir, was du besser vermeiden solltest, wenn du dich vegan ernähren möchtest.
 

5 Fehler, die ich in zwei Jahren vegan gemacht habe und die du besser vermeiden solltest


 

 

Fehler Nr. 1: Sich von anderen beeinflussen lassen

 
Besonders am Anfang haben mir die Kommentare von Familie und Freunden ganz schön zugesetzt. Die ganzen vermeintlichen Ernährungsexperten aus meinem Umfeld schienen plötzlich viel besser zu wissen, was gut für mich wäre. Außerdem sei vegan ja auch gar nicht gesund und Fleisch sei schließlich zum Essen da. Gerade in der Anfangszeit habe ich mich von den Ratschlägen oft verunsichern lassen und hatte das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. Mittlerweile habe ich mir ein ganz schön dickes Fell zugelegt und mich kratzt es nicht mehr, wenn Andere negative Kommentare ablassen. Ich weiß es schließlich besser ;)
 
Aber auch innerhalb der veganen Community habe ich mir oft reinreden lassen, was denn die beste Art wäre, sich vegan zu ernähren. Mittlerweile mache ich einfach mein eigenes Ding und fahre sehr gut damit.
 

Fehler Nr. 2: Vorschnell urteilen

 
Was kann man als Veganer eigentlich noch essen? Von dieser Frage war ich auch zunächst überfordert. Meine ersten veganen Kochbücher waren dann Vegan for Fun und Vegan for Fit von Attila Hildmann. Mit meinem wenigen veganen Vorwissen, habe ich die erste Zeit fast komplett nach Attilas Rezepten gelebt. Ihr könnt euch vorstellen, dass das ziemlich ins Geld gegangen ist und ich den Fehler gemacht habe zu denken, vegan sei viel zu teuer.
 
Die ersten Zweifel, ob ich mir so eine Ernährung überhaupt leisten könnte, fingen an mich zu plagen. Zum Glück habe ich mich bald gründlich informiert und festgestellt, dass es überhaupt nicht teuer sein muss, sich vegan zu ernähren. Ich habe mir einige Tipps zum Geld sparen angeeignet und gebe heutzutage teilweise sogar weniger Geld für Lebensmittel aus als früher. Wobei ich auch sagen muss, dass meine Ernährung mittlerweile auch einen höheren Stellenwert einnimmt und ich gerne bereit wäre, für Dinge, die mir guttun, mehr Geld auszugeben. Was ich daraus gelernt habe? Es ist immer wichtig, sich ausreichend zu informieren, bevor man die Flinte ins Korn wirft. Wenn mir heute jemand sagt, er sei aus finanziellen Gründen nicht vegan, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Bilde dir dein eigenes Urteil, indem du es einfach ausprobierst, bevor du zu einer vorschnellen Entscheidung kommst.
 
 

Fehler Nr. 3: Missionieren wollen

 
Diesen Fehler habe ich in meinem Artikel Vegan für Einsteiger schon angesprochen. Da er wohl einer der häufigsten Fehler ist, die passieren, wenn man seine Ernährung umstellt, verdient er hier auch nochmal eine besondere Erwähnung. Ich weiß, dass es sich anfühlen kann, als hätte man den heiligen Gral gefunden, wenn man sich erstmal über die Hintergründe klargeworden ist und die Vorurteile einer veganen Ernährung genießt. Klar, sollst du deinem skeptischen Umfeld davon berichten. Wenn du aber über nichts anderes mehr sprichst und anfängst, missionieren zu wollen, wirst du schnell auf taube Ohren stoßen. Gut vorleben heißt hier die Devise. Diesen Fehler habe ich besonders bei den Menschen, die mir am Herzen liegen, selbst viel zu lange gemacht.
 
 

Fehler Nr. 4: Perfekt sein wollen

 
Ich habe von Anfang an ziemlich hohe Ansprüche an mich gestellt. Wenn ich entdeckt habe, dass irgendwo doch versteckt noch Honig drin war, hatte ich das Gefühl, versagt zu haben. Da ich keine vegetarische Phase hatte, sondern direkt auf vegan umgestellt habe, wollte ich teilweise zu viel auf einmal. Obwohl ich eher der Alles-oder-Nichts-Typ bin, hätte ich trotzdem nicht so streng mit mir sein sollen. Vom normalen Mischköstler zum perfekten Veganer? Funktioniert eben nicht! Und das ist auch gar nicht schlimm, denn es ist viel besser in langsamen Schritten voranzugehen und dafür nachhaltig dabei zu bleiben.
 
 

Fehler Nr. 5: Nicht nach Hilfe fragen

 
Du fühlst dich bei der Ernährungsumstellung überfordert und weißt nicht mehr weiter? Trau dich ruhig nach Hilfe zu fragen! Ich habe oftmals versucht, mit dem Kopf durch die Wand ganz alleine mit der Umstellung klarkommen zu wollen. Wenn du Fragen hast, dann such dir Gleichgesinnte, mit denen du darüber sprechen kannst. Du kannst mir auch gerne eine Mail schreiben, wenn du nicht weiterweißt. Statt vorschnell aufzugeben und den Kopf in den Sand zu stecken, ist es viel besser, sich einfach Unterstützung zu suchen. Dadurch bricht niemandem ein Zacken aus der Krone – ja, das musste auch ich einsehen.
 
 
Ernährst du dich vegan? Welche Fehler hast du schon gemacht? Falls nicht, vor welchen Hürden graut es dir?
 

Allgemein , Besseres Leben , Empfehlungen , Lifestyle , Tipps

15 thoughts on “5 Fehler, die ich in 2 Jahren vegane Ernährung gemacht habe

  1. Jenni sagt:

    Hallo Lena!

    Ich gratuliere dir zunächst einmal zu deinem kleinen Jubiläum! Das ist eine schöne Sache und fast ein bisschen wie ein zweiter Geburtstag, oder? :)

    Ich habe zunächst auch gedacht, vegan ist irgendwie kompliziert und teuer – dann aber schnell feststellen müssen, dass weder das eine noch das andere zutrifft. Ich finde es gut, dass du dein eigenes Ding durchziehst – Charakter zu zeigen, ist besonders bei so einem (noch) hochsensiblen Thema wichtig. Ich bin davon überzeugt (auch wenn andere das augenbrauenrunzelnd anders sehen): Wir wissen, was wir tun. Und vor allem: Warum!

    In diesem Sinne: Stay vegan! :)

    Liebe Grüße
    Jenni

    1. Lena sagt:

      Danke für deinen tollen Kommentar, Jenni! Für mich gibt es mittlerweile auch kein Zurück mehr und den Vergleich mit dem zweiten Geburtstag finde ich gut gewählt. Ganz genau, wenn man sich über die eigenen Motive klar ist, weiß man auch, was man tut und kann seine Einstellung selbstbewusst vertreten. Und teuer und kompliziert ist es absolut nicht ;)

  2. Kathi sagt:

    Ich ernähre mich nicht vegan (nur ab und zu mal), aber dafür gesund und bewusst. Die Fehler, die man kurz nach der Umstellung machen kann, sind zwar nicht exakt die gleichen, aber ähnlich. Es ist gar nicht so einfach, alles „richtig“ zu machen und sich nicht beeinflussen zu lassen. Ich bin sehr froh, meine Ernährung auf gesund umgestellt zu haben und würde es jedem empfehlen, auch wenn es schwer ist, wenn alle anderen meinen, dass die Umstellung Quatsch ist.

    Ein super Beitrag!
    Liebe Grüße
    Kathi
    The constant efforts

    1. Lena sagt:

      Vielen lieben Dank :) Da hast du recht, Kathi. Eine Ernährungsumstellung ist immer mit neuen Gewohnheiten verbunden, die erstmal geschaffen werden müssen. Das kann manchmal etwas Zeit brauchen, dafür lohnt es sich dann umso mehr :)

  3. Melanie sagt:

    Hey Lena!
    Ich finde es richtig toll, wie konsequent du das durchziehst. Ich kann wirklich verstehen, dass es anfangs nicht leicht ist und man sich viel von seinen Mitmenschen anhören muss. Aber deine Einstellung, einfach auf sich selbst zu hören, finde ich wirklich klasse! Mach dein Ding, denn nur du selbst weißt, was gut für dich ist.

    Liebste Grüße,
    Melanie

    1. Lena sagt:

      Ach wie lieb von dir, Melanie :) Vielen Dank! Ganz genau, nur mit dieser Taktik kommt man voran. Es immer allen recht machen zu wollen, macht auf Dauer einfach nur unglücklich.

  4. Kirschbiene sagt:

    Huhu Lena,
    ich gratuliere dir zum zweijährigen Jubiläum – das ist eine tolle Sache :-)! Ich kann deine Aussage zu 100% unterschreiben, dass man versuchen sollte, sein eigenes Ding zu machen – anders geht es nicht. Als ich vor einigen Jahren begann, vegan zu leben, hatte ich auch schnell das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen – das war ganz schön gruselig und für mich irgendwie unverständlich: Die anderen rechtfertigten sich ja auch nicht für irgenwelche Ernährungs- und Lebensweisen ;-).

    Doch das gehört für mich der Vergangenheit an – ich lebe einfach mein glückliches, veganes, leckeres, zufriedenes Leben und denke, das ist das Beste was man tun kann (missionieren finde ich übrigens ebenfalls ganz grauselig, das habe ich zuletzt wohl als Teenager versucht *lach*).

    Ich wünsche dir weiterhin so viel Freude und Zufriedenheit – ich finde auch, dass es eine der besten Entscheidungen ist, vegan zu leben, geht mir ganz genauso ;-).

    Liebe Grüße
    Bianca

    1. Lena sagt:

      Danke dir für den schönen Kommentar und die lieben Wünsche, Bianca :) Ich stecke mit meinen zwei Jahren gegen deine 10 Jahre wohl noch in den Kinderschuhen ;) Aber ich freue mich trotzdem sehr darüber und bereue höchstens, nicht früher die richtigen Schlüsse gezogen zu haben! Du bringst es super auf den Punkt. Das Wichtigste ist, dass man sein eigenes Leben lebt ohne sich da verunsichern zu lassen. Hauptsache man ist glücklich! Ich freue mich sehr, dass du diesen Zustand erreicht hast und wünsche dir nur das Beste weiterhin :)
      Ganz liebe Grüße
      Lena

      1. Kirschbiene sagt:

        Lena, in ein paar Jahren machst du eben auch die 10 Jahre voll ;-). Ich hätte mich übrigens auch gern früher für eine vegane Lebensweise entschieden. Doch es passiert eben alles zu seiner Zeit und es ist ja bekanntlich nie zu spät, mit etwas Gutem zu beginnen :-).
        Liebe Grüße
        Bianca

        1. Lena sagt:

          Das hast du schön gesagt :) Danke dir!

  5. Jutta Seehafer sagt:

    Auch ich „feiere“ dieser Tage zwei Jahre vegane Ernährung, wobei ich zugegebenermaßen nicht ganz konseqent bin. Das bedeutet, dass ich zu Hause und für mich allein nur vegan esse, wenn ich aber eingeladen bin, esse ich das, was es gibt („runterkriegen“ kann ich quasi alles!) – dann ist (siehe Missionieren) nicht der richtige Ort und der richtige Zeitpunkt, darüber zu diskutieren. Schließlich möchte ich wieder eingeladen werden. Auch wenn ich unterwegs bin, zumal mit anderen Leuten, bin ich nicht so streng mit mir, sondern mache Zugeständnisse. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich „schon was älter“ bin und dass es in meiner Generation ( ich werde 68 ) nur sehr wenige Veganer gibt; ich kenne keinen. Und verzweifle daran, dass das meiner Generation, geschweige denn noch älteren, einfach nicht zu vermitteln ist. Zu eingefleischt sind die Gewohnheiten, zu prägend das, was uns von unseren Müttern eingetrichtert worden ist: überall ein Ei dran zum Verfeinern und /oder ein Stück „gute“ Butter!
    Womit ich aber leider immer noch nicht klarkomme, sind alle anderen Bereiche des veganen Lebens. Ich habe meine Lederschuhe, Wolldecken, Federkissen etc. nicht weggeworfen – und werde das auch nicht tun, weil ich das nicht für sinnvoll halte. Ich hoffe halt, dass einiges davon bis an mein Lebensende hält. Allerdings werde ich irgendwann einmal wieder Schuhe brauchen und bin auf der verzweifelten Suche nach einem Schuhgeschäft mit guten veganen Schuhen. Selbst beim Versandhandel habe ich noch nichts gefunden, was mir entspricht. Deswegen freue ich mich über meine lederfreien Trekkingsandalen und meinen Winterstiefeln aus Goretex (o.ä.)
    Am allerschlimmsten aber ist für mich, dass ich eine begeisterte Strickerin bin und schon immer (und immer noch) ein Fan von Schafschurwolle bin, Acryl, Polyamid und Co. hasse und auch Baumwolle nicht gerne verstricke und trage….. Ja, die veganen Bemühungen sind wahrlich nicht immer leicht, aber manchmal sehr beglückend!

    1. Lena sagt:

      Danke für deinen Kommentar, Jutta! Ich kann mir vorstellen, dass man in dieser Generation besonders stark auf taube Ohren stößt, einfach weil die Gewohnheiten und Traditionen schon zu tief sitzen. Aber schön, dass du für dich da einen Mittelweg gefunden hast ;)
      Ich denke auch nicht, dass es der richtige Weg ist, alle unveganen Textilien etc. einfach wegzuwerfen. Ich bin dafür, diese Dinge weiterzubenutzen und dann einfach beim neuen Kauf darauf zu achten. Ich finde den Shop avesu.de und avocadostore.de für vegane Schuhe ganz toll! Beim Thema Stricken kenne ich mich leider auch nicht so aus und weiß nicht, was es da für Alternativen gibt.

  6. Christin sagt:

    Liebe Lena,

    ich möchte meine Ernährung umstellen und bin per Zufall auf deinen Blog gelandet, ganz großes Lob dafür ? hast du vielleicht mal einen Basiseinkaufsliste? Fände ich mal total spannend als Inspiration. Liebe Grüsse

    1. Lena sagt:

      Liebe Christin,
      vielen Dank für deinen Kommentar! Wenn du dich in meinen Newsletter einträgst (unter den Artikeln oder rechts in der Sidebar), dann bekommst du gratis eine vegane Einkaufsliste ;)

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag dir
      Lena

  7. Gabi sagt:

    Hallo Lena , gerne hätte och deinen Newsletter, aber es klappt nicht. Könntest du ihn mir zukommen lassen. Bin fast vegan und brauche noch etwas Hilfe und Unterstützung.
    Liebe Grüße
    Gabi

Comments are closed.