December 14, 2018

Sind Veganer die besseren Sportler?

Sind Veganer die besseren Sportler?

Wusstest du schon, dass Veganer den besten Sex haben? Eine aktuelle Studie will dies zumindest herausgefunden haben. Klar: „sex sells“ und deswegen verbreitet sich solch eine Nachricht natürlich wie ein Lauffeuer.
 
Veganer sollen also gute Liebhaber sein. Doch wie sieht es mit anderen körperlichen Betätigungen aus? Sind Veganer auch die besseren Sportler?
 

Proteinmangel als Veganer?

 
Ich übertreibe wohl nicht, wenn ich behaupte, dass die meisten Menschen beim Wort vegan nicht gerade an den typischen Muskelprotz denken, sondern eher ein Bild vom mageren Müslijochen vor Augen haben. Dass man mit der pflanzlichen Ernährung mehr als genug Proteine zu sich nehmen kann, sollte mittlerweile jedoch ausreichend belegt sein.
 
Bohnen, Linsen, Erbsen, grünes Gemüse oder Quinoa – die Liste pflanzlicher Proteinquellen ist lang.
Also ja, das ist durchaus möglich!
 
Doch kann man ganz ohne Magerquark, Whey und Pute tatsächlich auch Muskeln aufbauen und genauso sichtbare Erfolge erzielen wie fleischessende Sportler?
 

Sind sportliche Erfolge vegan möglich?

 
Man könnte diese These nun durch Studien belegen und Experten rezitieren. Allerdings ist die Aussagekraft von Studien ja manchmal etwas fragwürdig. Zum Beispiel sei es dahin gestellt, ob Veganer nun tatsächlich den besseren Sex haben.
 
Aus diesem Grund möchte ich mich vielmehr der Frage widmen, welche Auswirkungen die vegane Ernährung im Sport hat. Muss man mit Leistungseinbußen rechnen, wenn man auf pflanzliche Kost umsteigt?
 

Können vegane Spitzensportler mithalten?

 
Schauen wir uns die vegane Sportlerlandschaft einmal genauer an. In fast jeder Sportart lassen sich erfolgreiche Sportler finden, die sich rein pflanzlich ernähren.
 
Der kanadische Triathlet Brendan Brazier und mehrfacher Ironman geht mit bestem Beispiel voran. Der Autor von „Vegan in Topform“ präsentiert, dass man auch als Veganer Höchstleitungen im Sport bringen kann. Rich Roll, ein amerikanischer Athlet und Buchautor, hat sich vom übergewichtigen Alkoholiker zum Ultra-Marathon-Läufer entwickelt und verdankt diese Entwicklung eigenen Angaben nach unter anderem dem Verzicht auf tierische Produkte.
 
Carl Lewis, einer der erfolgreichsten Leichtathleten, setzt auf pflanzliche Kost und auch der Olympiasieger Alexey Voyevoda sowie Eiskunstläuferin Meagan Duhamel ernähren sich vegan. Extremsportlerin Dr. Katharina Wirnitzer, Mixed-Martial-Arts-Athlet Mac Danzig und der Bodybuidling-Weltmeister Alexander Dargatz sind weitere Beispiele. Und ebenso Tennispielerin Venus Williams weiß vegane Speisen zu schätzen.
 
Auch die Boxlegende Mike Tyson, wenn auch sportlich nicht mehr professionell aktiv, ernährt sich übrigens mittlerweile vegan. Und selbst im amerikanischen Football wird man fündig. Der NFL-Defensive David Carter beweist, dass man auch im körperlichen zehrenden Football rein pflanzlich mithalten kann.
 
Aber auch die deutsche Sportler-Riege kann sich durchaus sehen lassen. Hier ein paar weitere Beispiele, die beweisen, dass sich vegane Sportler nicht verstecken müssen.
 
Frau, die Kraftsport macht
 

Kraft

 
Der „stärkste Mann Deutschlands“ (2011) Patrik Baboumian ist mittlerweile den Meisten ein Begriff. Bei einer Peta-Kampagne witzelt der vegane Kraftsportler: „Die stärksten Tiere sind Pflanzenfresser: Gorillas, Büffel, Elefanten und Ich“. So stark wie ein Gorilla ist Patrik vielleicht noch nicht so ganz, aber auch sein Beispiel beweist einmal mehr, dass es keinerlei Gründe gibt, auf tierische Produkte zurückzugreifen, um sportlich richtig durchzustarten.
 

Natural Bodybuidling

 
Man kann über Karl Ess sagen was man möchte, aber beim Natural Bodybuilding machen ihm nicht so viele etwas vor.
 
Er hat einiges zur veganen Bewegung beigetragen und zeigt, dass rein pflanzliche Ernährung und Muskelaufbau nicht im Widerspruch stehen. Mit 360.000 Abonnenten bei Youtube und rund 780.000 Facebook-Fans gehört Karl Ess auf jeden Fall zu den bekanntesten veganen Bodybuildern. Mit seinem 360 Grad-Paket, ein auf den jeweiligen Körperbau zugeschnittenem Trainingsprogramm, bietet er ein Online-Personal-Training an, mit dem man sichtbare Ergebnisse erzielen soll.
 
Karl Ess machte vegan in der Szene bekannt und beweist einmal mehr, dass sich Veganer keinen Sorgen um einen Proteinmangel machen müssen.
 

Ausdauer

 
Auch im Bereich Ausdauersport gibt es einige Sportler, die ihre Kondition rein pflanzlich aufbauen. Daniel und Katrin von bevegt sind da bestes Beispiel. Die beiden Läufer sind sogar schon Trail-Ultramarathons gelaufen und ernähren sich seit 2010 vegan. Sportliche Einbußen haben sie seit der Nahrungsumstellung keine feststellen können – im Gegenteil. Sie konnten sogar neue persönliche Bestzeiten erreichen und ein neues Lebensgefühl für sich entdecken.
 
Man muss jedoch kein Berufssportler sein, um von der pflanzlichen Ernährungsweise zu profitieren. Ein prominentes Beispiel dafür ist Attila Hildmann. Der Vegan-Koch überzeugt die Massen nicht nur durch geniale vegane Gerichte, sondern ist zudem auch begeisterter Ausdauersportler. Er ernährt sich seit 15 Jahren vegan und hat insgesamt schon 35 Kilo abgespeckt. Auch seine sportlichen Erfolge können sich sehen lassen und mittlerweile trainiert er fleißig für den IRON MAN.
 
Auch Marco Koch, Vize-Weltmeister im Schwimmen, berichtet von den zahlreichen Vorteilen, seitdem er vegane Rezepte in seinen Speiseplan aufgenommen hat.
 
Fußballer am Spielfeldrand beim Einwurf
 

Fußball

 
Es tut sich endlich was im Lieblingssport der Deutschen. Was vor einigen Jahren noch für spöttische Blicke gesorgt hätte, scheint heutzutage gar nicht mehr so abwegig: vegane Ernährung im Profi-Fußball.
 
Die Bedeutung der Ernährung für den sportlichen Erfolg rückt dabei immer mehr in den Fokus. Da überrascht es nicht, dass unsere Weltmeister während der WM häufig vegan bekocht wurden. Der Koch der deutschen Nationalmannschaft Holger Stromberg war sich wohl den Vorteilen der pflanzlichen Kost bewusst.
 
Daniel Adlung vom TSV 1860 München ist übrigens komplett auf eine vegane Ernährung umgestiegen und auch Ex-Eintracht-Torwart Timo Hildebrand verzichtet überwiegend auf tierische Produkte.
 
Auch Robert Lewandowski isst mit seiner Frau Anna gerne mal ein veganes Eis. Man merkt also: es tut sich etwas!
 
Vielleicht verdanken wir diese Entwicklung auch nicht zuletzt ihr: Aleksandra Keleman. Die Studentin aus Frankfurt hat es sich sogar zum Auftrag gemacht, die komplette Bundesliga umzukrempeln und in Sportlerkreisen für die Vorzüge einer veganen Ernährung zu werben.
 
Eintracht Frankfurt scheint die Vorteile einer Nahrungsumstellung erkannt zu haben und ich möchte an dieser Stelle gerne Marc Behrenbeck, Reporter bei Sky Sport News, zitieren:
 

„Deshalb ist es ein richtiger, wichtiger und fast überfälliger Schritt, den die Eintracht nun gegangen ist, als sie die Ernährung umgestellt hat. Dinkel, Soja und Roggen, statt Weizen und Vollmilch. Manchen, wie Eintracht-Athletiktrainer Christian Kolodziej, geht die Umstellung sogar noch nicht weit genug. Er begrüßt komplett vegane Ernährung. Meiner Meinung nach mehr als richtig. Einer DFB-internen Studie zufolge schöpft die Bundesliga ihr Leistungspotenzial durch richtige Ernährung noch lange nicht aus. Ein Sport-Vorstand der Liga sagte mir kürzlich, als wir über Doping im Fußball sprachen: ‚Warum sollen wir dopen? Wir könnten unsere Leistung steigern, wenn wir uns endlich mal perfekt ernähren würden.‘ “

 

Und was heißt das nun?

 
Es lass sich mittlerweile zahlreiche Spitzensportler finden, die ihre Erfolge auf einer pflanzlichen Ernährungsgrundlage erzielen. Verstecken müssen sich diese Sportler nicht, denn sie können mit ihren omnivoren Konkurrenten mithalten und bringen körperliche Höchstleistungen ganz ohne Fleisch und Milch. Viele Sportler berichten sogar über körperliche Vorteile wie eine schnellere Regenerationszeit, seitdem sie sich pflanzlich ernähren.
 
Sind Veganer also auch die besseren Sportler? Eine pauschale Aussage ist hier immer schwierig. Finde es am besten selbst heraus! Stell deine Ernährung um und vergleiche dein Leistungs-Niveau. Ich würde mich freuen, wenn du uns die Ergebnisse mitteilst.
 
Was ist eure Meinung zu dem Thema? Ernährt ihr euch vegan und treibt Sport? Wie seht ihr die Zukunft des veganen Sports?

 

Allgemein , Besseres Leben , Lifestyle # ,

4 thoughts on “Sind Veganer die besseren Sportler?

  1. und wenn du so fragst, würde ich am eigenen Beispiel auch direkt mal mit JA antworten! ;)
    ich ernähre mich nun seit über 2 Jahren vegan (wobei ich diese Bezeichnung nicht so gerne mag, weil sie so dogmatisch klingt und daher lieber mit pflanzenbasiert ersetze ;) ) und habe mich seit zwei Jahren vor allem im Laufsport immer weiter gesteigert. natürlich auch, weil der Ergeiz dazu da war. trotzdem hat mir diese Ernährungsform in keinem Fall geschadet ;)

    finde es übrigens super interessant, dass du so viele prominte Beispiele herausgefunden hast :)

    <3 Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

    1. Lena sagt:

      Super, Tina :) Das freut mich richtig doll, das zu hören. Wie man merkt, funktioniert es! Dir weiterhin viel Erfolg bei deinen sportlichen Leistungen ;)

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