December 14, 2018

Vegan im Alltag und Haushalt – Tipps für den Umstieg

Vegan im Alltag und Haushalt – Tipps für den Umstieg

Was bei vielen Veganern zunächst nur mit der Ernährung beginnt, greift oftmals irgendwann noch tiefer. Ein veganer Lifestyle hört eben nicht auf dem Teller auf, sondern hat auch Auswirkungen auf andere Lebensbereiche. Neben offensichtlicheren Themen wie veganer Mode und Kosmetik, gibt es auch im Haushalt und Alltag einige Dinge, die du beachten solltest, wenn du auch dort auf tierische Produkte verzichten möchtest. Heute zeige ich dir die 10 größten Stolperfallen, auf die du triffst, wenn du dein Leben auf einen pflanzlichen Lebensstil umstellen möchtest.

 

Wirklich 100 Prozent vegan in allen Belangen ist im heutigen Zeitalter nur schwer möglich. Dennoch kann man sein Möglichstes geben und versuchen, so wenig Schaden wie möglich für Tiere, Umwelt und die eigene Gesundheit verursachen.

 

Vegan im Alltag und Haushalt – Diese Dinge sind NICHT vegan

 
Vegan im Alltag und Haushalt Daunen
 

#1 Daunen/Federn

 
Decken, Matratzen oder Möbel – sie alle enthalten oftmals tierische Produkte. Nicht nur für Winterjacke, sondern auch für die Islolierung von Bettdecken, Kissen oder Schlafsäcken wird häufig zu Daunen gegriffen. Eine vegane Alternative könnten Polyester- und synthetische Ersatzstoffe darstellen. Hier findest du weitere Alternativen zu Daunen.

 

#2 Medikamente

 

Ein kritisches Thema, denn viele Medikamente sind tatsächlich nicht vegan. Hier sollte man vor allem auf enthaltenen Milchzucker oder Gelatine achten. Aber auch andere Tierprodukte wie Ochsengalle oder tierische Hormone können in Medikamenten enthalten sein. Wenn möglich, kann man hier auf pflanzliche Mittel ausweichen, die als solche deklariert sind.

 

#3 Kerzen und Wachsmalstifte

 
Lange Zeit wurde für Kerzen oder Wachsmalstifte vor allem aus Wachs aus tierischen Quellen zurückgegriffen. Das verarbeitete Rinderfett fand so zum Beispiel auch in Wachspapier, Gummi, Seifen oder Margarine Verwendung. Alternativ können diese Produkte zum Glück auch einfach aus pflanzlichem Talg, Paraffin und/oder Ceresin oder sogenanntem Japanwachs hergestellt werden.
 
Vegan im Alltag und Haushalt Pinsel
 

#4 Bürste / Handfeger / Besen / Pinsel

 

Dachshaarpinsel oder Wildschweinbürste – das Badezimmer vieler Menschen ist meistens keine veganfreundliche Zone. Mittlerweile gibt es zum Glück tolle Alternativen für Pinsel, Besen und Co., die nicht auf Tierprodukte zurückgreifen.

 

#5 Waschmittel / Haushaltsreiniger

 
Auch beim Waschen und Putzen ist Vorsicht geboten. Für viele Haushaltsputzmittel werden Tierfette eingesetzt. In vielen Reinigungsmitteln, Waschpulvern oder Weichspülern werden Tenside als Schmutzlöser verwendet. Diese können aus tierischen Quellen stammen. Auch auf die jeweiligen Stabilisatoren und Emulgatoren sollte man genauer achten. Mit der Vegan-Blume ist man hier auf der sicheren Seite.

 

#6 Fotopapier

 
Wusstest du, dass Gelatine nicht nur in Lebensmitteln stecken kann? Auch in der Fotografie hat sie lange Zeit Einsatz gefunden. Gelatine wurde hier als farbtragende Schicht auf Fotopapieren und Negativen eingesetzt. Obwohl dieses Verfahren nicht mehr so üblich ist, können auch heute noch tierische Mittel für die Beschichtung von Foto- oder Druckerpapier wie z.B. Kollagen verwendet werden. Wer ganz sichergehen will, sollte beim jeweiligen Hersteller nachfragen.

 

Vegan im Alltag und Haushalt Tipps Kaugummi
 

#7 Kaugummi / Tattoos / Lack / Zigaretten

 
Schellack, die Ausscheidung der Schildlaus, wurde einst vorwiegend für die Schallplattenherstellung verwendet. Heutzutage wird es vorwiegend für Polituren, Lack oder Farben eingesetzt. Auch für die Tinte, mit der Tattoos gestochen werden, kann Schellack zum Einsatz kommen.  Selbst die Zigarettenproduktion sowie die Hersteller von Kaugummis bedienen sich dieser Substanz.

 

#8 Parfüm

 
Wer gut riechen möchte, kauft sich ein teures Parfüm. In vielen Parfüms ist allerdings Moschus-Öl enthalten. Die getrocknete Sekretion wird aus den Genitalien der Moschus-Ochsen gewonnen. Auch Otter, Zibetkatzen, Bisamratten oder Biber werden häufig für diese schmerzhafte Prozedur eingesetzt. Zum Glück gibt es gute Alternativen wie Labdanumöl, welche ebenfalls einen moschusartigen Geruch erzeugen können.

 

#9 Kondome

 
Herkömmliche Kondome kommen nicht ohne tierische Zusatz- oder Hilfsstoffe aus. Der Übeltäter ist hier das sogenannte Casein. Viele Firmen haben dieses Problem jedoch erkannt und stellen explizit vegane Kondome her. In einem alternativen Herstellungsverfahren kommt hier stattdessen zum Beispiel Distel-Extrakt zum Einsatz. Selbst Gleitgel gibt es mittlerweile in der veganen Version.
 
Vegan im Alltag und Haushalt Nagellack
 

#10 Nagellack

 
Dass tierische Inhaltsstoffe auch vor der Kosmetik nicht Halt machen, dürfte allgemein bekannt sein. Trotzdem ist vielen Menschen noch nicht ganz bewusst, dass auch Nagellack aus Tierprodukten bestehen kann. Für viele Farbpigmente wird Karmin verwendet, ein rotes Pigment, das durch das Quetschen von Schildläusen gewonnen wird. Dieses wird jedoch nicht nur für den klassischen roten Nagellack, sondern im Mischverhältnis auch für andere Farben eingesetzt. Nagellacke, die zudem noch schimmern, haben dies häufig dem Stoff Guanin zu verdanken, welcher aus Fischschuppen gewonnen wird. In der Nagelpflege kann zudem Keratin, welches aus tierischen Haaren, Hufen oder Hörnern gewonnen wird, Verwendung finden.
 
 
Ich halte es übrigens für nicht besonders nachhaltig, solche Alltags-Produkte nun unbenutzt in den Mülleimer zu werfen. Vielmehr sollte man beim Kauf von neuen Produkten darauf achten, dass man keine neuen tierischen Produkte erwirbt ;)
 
 

War euch schon bewusst, dass so viele Artikel aus dem Alltag nicht vegan sind? Habt ihr noch weitere Tipps?

 
 

Vegan im Alltag und Haushalt das ist nicht vegan
Allgemein , Besseres Leben , Empfehlungen , Lifestyle , Tipps

8 thoughts on “Vegan im Alltag und Haushalt – Tipps für den Umstieg

  1. Mary sagt:

    Hallo Lena,
    ein schöner Artikel! Ich gehöre zu den Leuten, die nach fast 2 Jahren veganer Ernährung nun auch in anderen (allen) Lebensbereichen auf vegan umstellen möchte. Da kommen mir Deine Tipps natürlich sehr gelegen :-)
    Und natürlich mußte ich mich gleich auf die Suche nach Informationen machen, welche der Dinge, die aktuell auf meiner Einkaufsliste stehen, auch wirklich vegan sind. Bis auf das (zweifelhafte) Toilettenpapier alle – Glück gehabt. Da ist der Wechsel ja nicht kompliziert.
    Was ich nicht finden konnte ist, wie es sich mit den Gummiverschlüssen bei Einmachgläsern verhält. Vielleicht kannst Du mich da erleuchten?
    Liebe Grüße
    Mary

    1. Lena sagt:

      Vielen lieben Dank, Mary! Ich brauchte auch erst ein wenig Zeit, um neben meiner Ernährung auch den Alltag veganer zu gestalten. Aber lieber langsamer und nachhaltig denke ich mir ;) Puh, das mit den Gummiverschlüssen ist tatsächlich eine gute Frage! Bei meiner Recherche habe ich dazu gar nichts finden können. Aber ich werde dir Augen weiterhin offen halten, danke für den Input ;)

  2. Tabea sagt:

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich immer noch keine Lust habe, mich vegan zu ernähren, weil ich in tierischen Lebensmitteln kein allzu großes Problem sehe, solange ich auf Bio-Qualität und Regionalität achte. Trotzdem spricht mich der vegane Lifestyle aber an – und ich denke, in diesem Bereich will ich langfristig auch Tiere aus meinem Alltag verbannen.

    Ich glaube, die Daunen hätte ich in der Bettdecke total übersehen… aber wenn ich irgendwann sowieso eine neue Bettdecke brauche, dann achte ich drauf! So lange bleibt aber aus Nachhaltigkeit die alte noch.

    Medikamente nehme ich eh kaum… nur sehr selten eine Creme gegen den Herpes am Auge. Kerzen hatte ich auch nie für tierisch gehalten, doch die gibt es bei mir zum GLück auch nicht, genauso wenig wie Parfüm.

    Und in Waschmittel und Fotos hätte ich wohl als allerletztes nach tierischen Bestandteilen gesucht… das klingt ja grausam! Weiß du, wie es da um Bilder von Rossmann steht?

    Echt ein aufschlussreicher Post von dir – Danke!!!

    1. Lena sagt:

      Danke für dein Feedback, Tabea! Freut mich total, dass du so viel Input mitnehmen konntest :) Ich fand es auch erschreckend, dass doch so viele Alltagsgegenstände aus tierischen Bestandteilen gemacht sind. Was es nicht einfacher macht, ist dass es bei vielen Dingen leider total undurchsichtig ist, ob nun in dem speziellen Fall Tierisches verwendet wird oder nicht. Ich meine mal gehört zu haben, dass das Fotopapier von Rossmann okay sei, konnte dazu aber leider auch nichts Näheres herausfinden. Ich hoffe sehr, dass dies irgendwann noch transparenter wird.

  3. Anni sagt:

    Toller Post, dankeschön dafür! Den letzten Satz finde ich sehr wichtig: dass man nicht-vegane Sachen nicht einfach entsorgen soll. Ich denke auch, davon hat keiner was. Und wieder mal toll, dass du auf Sachen aufmerksam machst, die man sonst so gar nicht auf dem Schirm hat! Ich persönlich würde mich noch über mehr Links freuen, zu konkreten Produkten oder Übersichten. Als Neuling bei dem Thema finde ich es immernoch etwas schwierig herauszufinden, was da seriös ist und was nicht.
    Ich wünsche dir noch ein wunderbares Rest-Wochenende!

    Liebe Grüße
    Anni

    1. Lena sagt:

      Vielen lieben Dank, Anni! Freut mich sehr, dass du etwas mitnehmen konntest ;) Ganz genau, da hat letztlich niemand etwas davon, wenn man die Artikel dann ungebraucht wegwirft. Was genau meinst du mit Produkten und Übersichten? Meinst du vegane Alternativen zu den tierischen Produkten aus der Liste? Hab einen schönen Sonntag :)

      Liebe Grüße
      Lena

  4. Mamabär sagt:

    Ganz toller Artikel :-) und ich bin stolz auf mich, dass ich nach einem Jahr vegan fast alles schonmal gehört hatte und beachte (außer Zigaretten, das interessierte mich aber auch nicht, da wir nicht rauchen ;-)
    Ich fände eine Artikelreihe toll, wo Du zu jedem Punkt nochmal unbedenkliche Artikel zeigst ;-) ich hatte letztens erst überlegt dich mal zu fragen, ob du nicht über fotopapier schreiben magst, das wüsste ich nämlich sehr gerne, welche Hersteller/Anbieter da vegan sind (gerade unter den Drogerien und online Anbietern).
    Liebe Grüße und vielen Dank :-)

    1. Lena sagt:

      Vielen lieben Dank, das freut mich sehr :) Super, dass du jeden Punkt schon auf den Schirm hattest! Danke dir für das Feedback! Das klingt nach einer tollen Idee! Leider ist es immer noch sehr undurchsichtig und teilweise schwer herauszufinden, woraus das Fotopapier letztlich besteht. Aber ich merke mir das mal an und werde da mal weiter recherchieren ;) Lieben Gruß zurück!

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